Freitag, 13. Januar 2012

taz

Gerade habe ich einen Artikel der taz auf facebook gelesen. Irgendwie kam ich auf die Abo-Seite und war echt fasziniert von der Preispolitik. Dort wird ein Standardpreis genannt, der für Nichtbetuchte um ein gutes Drittel reduziert werden kann. Erfreulicherweise gibt es die Reduzierung ohne Nachweis. Für Betuchte gibt es dann das "Angebot", dass man ein Drittel mehr zahlen kann - irgendwer muss halt immer zahlen. Genau genommen schätzt sich jeder selbst ein und gibt den Betrag, den er geben kann oder will. Das finde ich richtig gut. Fast hätte ich aus Begeisterung die Zeitung abonniert. Aber weil ich eher selten zum Zeitungslesen komme... Überlege ich das nochmal.
Eigentlich würde ich gerne für das mbs so eine Schulgeldlösung beginnen. Das wäre doch etwas. Eigentlich. So stelle ich mir das vor: Standardpreis für Schulgeld 150€ , reduzierter Preis 130€, Glaubenspreis 170€ oder 200€. Das überweist man dann in zwei Etappen: Schulgeld als Schulgeld und den höheren Betrag als Spende...

Dienstag, 27. Dezember 2011

Zwischen den Jahren

Wenn der Stress der Vorweihnachtszeitt abklingt, die Weihnachtsbesuche abgeschlossen, die Kontakte erneuert sind... Dann beginnt die Zeit zwischen den Jahren! Eine gefüllte Zeit - dadurch gekennzeichnet, dass sie mit viel freier, nicht geplanter Zeit gefüllt ist.
Zwischen den Jahren, im ZWISCHEN eines vergangenen und eines noch nicht begonnenen Jahres... Da passt viel Zeit hinein, schier unerschöpflich, nie endend. Eine Zeitabschnitt ohne Kalender und ohne Uhr - bis eines Nachts plötzlich ein Feuerwerk abgeht und tausend Glocken ein neues Jahr einläuten.
Hier darf und soll man Aufatmen, innehalten, zurückblicken und nach vorne schauen.

Samstag, 17. Dezember 2011

Leben und Lernen in Beziehung

Manchemal ist es ja besser, nix zu sagen. Aber manchmal plappert man los, etwa wenn man dem anderen etwas Nettes sagen will. So verriet ich neulich, dass ich ein Buch gelesen habe. Das tut ja nix zur Sache, der Kontext und die Gesprächsteilnehmer waren schlecht gewählt. Denn gerade ging ees um den Inhalt des Jahrbuches vom mbs und die Gesprächsteilnehmer waren Kollegen. Als ich die Gefahr, jetzt eine Rezension über ein Buch schreiben musste erkannte, wiegelte ich erst einmal ab: Ich bin ja nicht wirklich vom Fach, kenne die aktuelle Forschung nicht so gut und das Buch hat es verdient, wenn ein kompetenter Autor es rezensiert. Das klappt normalerweise immer, man lobt das Buch, stellt sich dumm und ist die Arbeit los.


Normalerweise ist aber nicht immer, und so etwas ist eben vom Kontext und den Menschen, mit denen man gerade redet, abhängig. In diesem Falle fand Tobias es nicht verkehrt, wenn ich das Buch im Jahrbuch rezensiere. (Besser ich als keiner?) Oh Mann. Ein Buch gelesen haben und es rezensieren sind ja zwei Dinge. Aber wenn der andere diesen Gefallen möchte, dann wäre doch ein Schuft, der es nicht täte. Also schreibe ich noch eine Rezension. Und beweise damit, dass Tobias in seinem Buch recht hat. Wir verhalten uns zueinander, leben nicht unabhängig von anderen, sind auf andere bezogen, wirken auf andere zurück  und werden durch und mit andren zur Identität.

Ach ja: Das Buch, um das es ging hat Tobias Künkler im Frühjahr als Dissertation "Lernen in Beziehung" veröffentlicht. Ich begann es gegen Ende des Studienjahres zu lesen.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Germanen

Sie lebten zwischen den Kelten im Westen des Rheins und den Skythen im Osten des Don, Griechen und später Römer bezeichneten sie als Germanen. Sie siedelten in Mitteleuropa (Dänemark und Norddeutschland) und Südskandinavien, langsam breiteten sie sich seit Mitte des 2. Jahrtausends nach Süden aus. Für die Griechen wie die Römer waren sie Barbaren (grch. barbaroi), also Leute, die kein verständliches Griechisch sprechen konnten. Die Römer übernahmen den Ausdruck für die Völker, die keine grch.-röm. Bildung hatten. Sobald man sich Bildung aneignete, fiel die Bezeichnung weg.
Mit Caesars Eroberung Galliens treten die Germanen um 50 v. Chr. ins Blickfeld der Römer als die Völker, die jenseits des Rheins lebten und nicht zu den Galliern zählten. Heute nehmen Forscher aufgrund archäologischer Funde allerdings an, dass sowohl westlich des Rheines Germanen lebten wie östlich davon Kelten.
Sprachlich zählen die germanischen Sprachen zum Indoeuropäischen Sprachraum, zu dem neben dem Griechischen und Lateinischen auch das Keltische zählt. Da eine Schrift erst mit den ersten Runen im 2. Jh. n. Chr. einsetzt, haben wir kaum germanische Quellen. Erst mit dem Wirken Wulfilas (311-383) entsteht eine Schriftsprache, als dieser die Bibel ins Gotische übersetzt und dafür eine Schrift entwickelt.
Zuvor sind wir vor allem auf Caesars und Tacitus' Berichte angewiesen, die anhand von archäologischen Spuren überprüft werden. Meist wohnten sie in kleinen Siedlungen von maximal 200 Menschen, die Siedlungen erscheinen spontan gebaut, daher spricht man von "Haufendörfern": Die Grundstücke sind unterschiedlich geformt, die Höfe haben eine sehr verschiedene Größe. Die Häuser werden als Fachwerkbauten ausgeführt, Steinhäuser gibt es zunächst nicht. Die Häuser sind rund 8 m breit und doppelt so lang.Unter seinem Dach leben die Familie samt allen Mitarbeitern und das Vieh, getrennt durch eine Wand.Durch das Vieh wurde das Haus im Winter mit geheizt. Im Wohnbereich fand sich eine Feuerstelle, der Rauch zog durch eine Öffnung im Dach ab.
Meist warn sie sesshafte Bauern, zu den wenigen Handwerkern zählten Schmiede, Tischler und Töpfer. Geld kannte man nicht, zum Handeln tauschte man Naturalien.

Sonntag, 20. November 2011

Entschleunigung!

Das Thema Entschleunigung geht mir schon noch nach - vermutlich wegen seiner stark anziehenden Ausstrahlung. Die letzten Wochen waren doch ziemlich kräftezehrend. Neue Themen waren vorzubereiten, ein paar Zusatzaufgaben galt es zu erledigen, dazu die Routine: eine Korrektur hier, eine Predigt da, eine Moderation dort, eine Sondersitzung extra, eine eilige Anfrage wird kurz beantwortet...
Da kommt mir das Thema Entschleunigung gerade recht. Hamster, so Reheis, sind schlau: Im Hamsterrad laufen sie nur eine Geschwindigkeit, sie werden nicht schneller. Und sie steigen aus, wenn es ihnen reicht. Ruhen sich aus, nehmen Nahrung zu sich, und gehen ein paar neue Runden an.
Davon kann man lernen: Wenn die Hektik zunimmt, werde man nicht schneller (und hektischer), sondern schalte einen Gang zurück, verlasse den Stress und reflektiere. Das macht uns Menschen ja aus! Innehalten, Pause machen. Das ist ja auch das Besondere der jüdisch-christlichen Tradition: Gott setzt einen Feiertag, der den Alltag mit seiner Arbeit unterbricht. Er selbst feiert ihn am Ende der Schöpfung, seinem Volk schenkt er ihn als Anfangspunkt seiner Erfahrungen: Auf die Schöpfung der Menschen folgt der Feiertag, an dem die Geschöpfer ihren Schöpfer so erleben. Wir Christen haben dann den folgenden Tag als Feiertag gewählt, weil der Sonntag uns auf die Auferstehung Jesu erinnert, als der Tod besiegt wurde und neues Leben hervorgebracht worden ist.
Zugleich ist der Feiertag ein Tag der Gemeinschaft - mit Gott als Schöpfer, Erlöser und Ermutiger, mit Geschwistern zum Loben, Danken, Ermutigen und Austauschen.
Das war schön an diesem Woochenende, ein Ausruhtag am Samstag, mit Lesexn, Werkeln, Suchen und Finden sowie einem Ruhetag am Sonntag. Das tut gut. Ich freu mich wieder auf den Alltag.

Mittwoch, 16. November 2011

Gott oder Mammon

Ich weiß wirklich nicht, wer solche Perikopen zusammenstellt. Jetzt, am Ende des Kirchenjahres warnt eine Predigt nach der anderen vor den Gefahren des Reichtums. Nun war es also der Mammon der Ungerechtigkeit nach Lukas. Na dann: Nur selten denken wir im Gottesdienst über den ungerechten Verwalter nach, aber letzten Sonntag war er vorgeschlagen. Ein Verwalter muss seine Stelle aufgeben, kann (nach  eigener Meinung) nicht mit den Händen arbeiten, will nicht betteln - und verschleudert kurzerhand die Außenstände seines Chefs, indem er die Schulden der Schuldner kräftig herabsetzt. So will er sich deren Dankbarkeit versichern. Klug nennt das Jesus, wie die  Kinder dieses Äons miteinander und mit dem Besitz umgehen.
Uns ermutigt der Herr, uns Freunde mit dem Mammon der Ungerechtigkeit zu machen, denn wer im Geringen treu sei, der sei auch im Großen treu. Jesus erachtet den Mammon also als gering, unwichtig, gerade gut genug um ihn wegzugeben.  Das entspricht nicht unserer Sicht von Reichtum. Wir sammeln gerne Besitz, streben nach immer mehr Dingen, ohne rücksicht auf Verluste. Oft haben wir den Eindruck, wenn wir dieses Handy haben oder jenes (teure) Kleidungsstück, dann wären wir am Ziel unserer (vielen kurzlebigen) Träume. ABer kaum packen wir etwas aus, nutzen es ein paarmal, das werden neue WÜnsche wach - machmal auch ´(von der Werbung) geweckt. Das fumktioniert ziemlich gut - wir streben immer Neues an, legen uns krumm.
Glücklicher werden wir aber gar nicht. Seltsam leer bleiben wir eher. Reiche Arme. Der Mammon spielt mit uns - und lügt uns an: Verspricht, was er nie hält. Das mit dieser Lebenslüge ist verdächtig, da weiß man ja, woher das kommt.

Das gilt im Großen wie im Kleinen - was Menschen alles wegen des Mammons tun (ausbeuten, betrügen, stehlen, morden, kriegführen usw.). Aber Jesus sagt es uns. Passt vor diesem Mammon auf, er bindet euch an sich, er spielt mit euch, er nutzt aus, macht unfrei und unglücklich. Er ist nicht Gott! ABer Euer Vater im Himmel weiß um das, uwas ihr wirklich braucht. Er wird euch eine Zukunft schenken, die weit mehr ist als aller Plunder dieser Welt. Deshalb - hortet nicht den Plunder, sondern setzt ihn für andere ein, tut Menschen Gutes, helft anderen. Das hat Auswirkungen bis in die Ewigkeit.
Das ermutigt und zum Spenden und Wegeben.
Als Leiter vom mbs macht das mir auch Hoffnung darauf, dass Menschen uns unterstützen, weil der Heilige Geist sie dazu inspiriert...

Sonntag, 13. November 2011

Zeit, Bildung und Geld

In Weimar hörte ich am Freitag einen inspirierenden Vortrag zum Thema "Was wachsen soll, muss reifen können" von Fritz Reheis (aus Bamberg). Er zeigte uns (als Schulleiter evangelischer Schulen) den Zusammenhang von Zeit im Leben und der Bildung. In einem ersten Teil erinnerte er uns an die vielfachen Formen und Ebenen der Beschleunigung in unserem Leben, aus der viele keinen AUsweg finden und daran zu Grunde gehen. Als Motor dieser Entwicklung sah er verschiedene Möglichkeiten, von denen ihm die Eigendynamik des Geldes am plausibelsten die Beschleunigung immer mehr antreibt. Im Vergleich zu natürlichen Wachstumsprozessen erscheint das exponentielle Wachstum unserer Zeit als fehlgesteuerter Prozess, der in der Natur nur im Bereich schwerer Krankheiten sein Gegenbild habe.
Als mögliche Befreiung stellte Reheis einige Gedanken der Zeitökologie vor, von denen der Begriff der Eigenzeit eindrücklich scheint. Man fragt dabei, wie lange Prozesse dauern und wann Ähnliches wiederkehrt. (Man suche selbst Beispiele aus Natur und Erfahrung). (In unserer Zeit werden immer neue Anforderungen gestellt, so werden Prozesse anstrengend und unproduktiv.)
Einige schöne Leitbilder lauten sodann
gut leben anstatt viel haben (Zeitwohlstand)
Wechselseitigkeit und Kooperation statt Ausbeutung
Naturkreislauf statt Durchlaufwirtschaft....